Archive for May, 2008
Re: Weiter Kostenlos! - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzenIch stehe nämlich weder auf die Belästigungstaktik
> > aufdringlicher Werbung, noch auf die Wegelagerer-Thematik der
> > Möchtegernbezahlwebler.
>
> Solche Leute wie Du nennt man schlicht und einfach Parasiten,
> weil sie nur profitieren, ohne im Gegenzug auch nur den kleinsten
> Finger zu krümmen. Sich einen Werbebanner anzugucken oder sogar
> mal drauf zu klicken, ist ja offenbar schon zuviel verlangt.
Gerade die Leute, deren Hobby vom Internet plattgewalzt wurde,
straeuben sich am meisten gegen die Kommerzialisierung des
Netzes: Die ehemaligen Mailboxbetreiber und -nutzer.
Und das obwohl dieses Hobby gerade fuer die Mailboxbetreiber
sehr teuer war und praktisch keinen Geldrueckfluss hatte.
Merke: Es gibt Leute, fuer die waere das Internet schon “good
enough”, wenn es nur ein Verbund von privat genutzten Rechnern
waere, ganz ohne kommerzielle Anbieter.
> Ich hoffe, daß bald eine technische Möglichkeit geschaffen
> wird, um solchen Leuten wie dir den Zugang zu bestimmten
> Internet-Inhalten zu verwehren!
Bring it on.
Finanzen … - Unterm Schlussstrich kommt der Neuanfang
finanzenillst wissen, was der Unterschied war? - Aber gern:
> >
> > Das DDR-System ist geradzu jämmerlich in sich zusammengebrochen, es
> > war sowohl nach Innen als auch nach Aussen völlig überschuldet, und
> > so nicht nur finanziell, sondern auch moralisch und menschlich
> > pleite!
>
> Wegen Straußens 1-Milliarde-DM-Kredit?
Die DDR hatte 89/90 insgesamt ca. 49 Milliarden DM “West”-Schulden,
von den verdeckten und denen im Ostblock nicht zu reden - was
insgesamt noch nicht das Problem gewesen wäre, nur reichte die
Produktivität der Wirtschaft nicht mehr aus, auch nur die laufend
nötigen Investitionen und Sozialleistungen zu zu finanzieren,
geschweige denn Schulden abzubauen.
Im berühmten Schürer-Report von `89 findet sich der Satz, daß
entweder sofort weiter westliche Kredite notwendig wären oder der
Lebensstandard in der DDR um 25%-30% gesenkt werden müsste … .
> Allein die Schulden die die Bundesrepublik wegen
> dem Mautsystem gemacht hat, sind mehr als zehnmal
> so hoch.
… das nennt man Investition - und das Geld fließt ja schon - etwas
später als geplant, aber immerhin - zurück, auf lange Sicht ist das
ne Einnahmequelle …
> > Und, nicht zu vergessen, es waren die Menschen in der DDR,
> > die ihr eigenes System gekippt hatten, und die auch die
> > Wiedervereinigung mit dem Westen nach westlichen Bedingungen
> > wollten.
>
> bla bla bla …
Ist halt die Realität - kann ich nix für, wenn sie dir nicht gefällt
…
> Dazu ein kurzes Zitat aus dem Heise-Interview:
>
> > Es gab zwischen Ost und West einen tiefgreifenden Unterschied
> > im direkten Erleben, und die Relevanz der Ereignisse wird
> > ganz anders wahrgenommen. In Westdeutschland verbinden
> > die Menschen die Wende zumeist mit dem 9. November 1989,
> > während für viele Ostdeutsche der 9. Oktober (Tag der ersten
> > großen Montagsdemonstration in Leipzig, AdR) eine weitaus
> > größere Rolle spielt. Er markiert den Beginn der eigenständigen
> > und vor allem friedlichen Befreiung von der Diktatur,
nichts anderes habe ich gesagt … ?
> > und diese positiven Aspekte einer Freiheitstradition,
> > die übrigens auch mit dem 17. Juni 1953 verbunden sind,
> > sollten unbedingt in das gemeinsame deutsche Gedächtnis eingehen.
Nichts dagegen. Nichtsdestotrotz gehört dazu auch der ebenfalls von
den DDR Bürgern! vollzogene Übergang von “Wir sind das Volk” zu “Wir
sind ein Volk!”!
So gnadenlos pleite wie die DDR war, und so verschlissen die
Industrie und Infrastruktur, gab es auch keine Alternative.
> VelvetGreen,
> bekennender Ossi
Bekennender Ossi zu sein, ist genauso schlimm, wie bekennender Wessi
zu sein. Wir haben weiss Gott wichtigere Probleme zu lösen, als diese
Ossi-Wessi - Kiste …
Gruss,
TecDoc
Re: Weiter Kostenlos! - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzenVermutlich habe ich zum Netz durch mehr Literatur- und
> > Schreibprojekten beigetragen als Du.
>
> Oh! Wie “edel” bzw. selbstlos von dir!
Ach, fällt Dir ausser dem Versuch hier ein zynisches
argumentum ad hominem zu bringen nichts weiter ein? :-)))
> > Ich habe an einem Netz gebaut, durch das Du jetzt
> > möglichst viel Kohle machen willst.
>
> Nein. Nicht “möglichst viel” Kohle, sondern genug Kohle, um
> meinen Lebensunterhalt aufrecht zu erhalten!
Und deshalb soll ich auf ein Werbebanner klicken? :-)))))))
“Helft einen hungernden Fotografen” oder was? Klar, wenn es
Dich reich macht, sag mir, wo Dein Banner hängt. Ich bossel
dann ein Skript, das da 1000x in der Minute draufklickt. Wir
wollen ja nicht, dass Du verhungerst oder frieren musst!
> Mit Engagement alleine wird man nicht satt bzw. kann man
> nicht seine Miete bezahlen…!
Dann setz Dein Engagement in die richtigen Bahnen.
P.
Re: Weiter Kostenlos! - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzenIch stehe nämlich weder auf die Belästigungstaktik
> > aufdringlicher Werbung, noch auf die Wegelagerer-Thematik der
> > Möchtegernbezahlwebler.
>
> Solche Leute wie Du nennt man schlicht und einfach Parasiten, weil
> sie
> nur profitieren, ohne im Gegenzug auch nur den kleinsten Finger zu
> krümmen. Sich einen Werbebanner anzugucken oder sogar mal drauf zu
> klicken, ist ja offenbar schon zuviel verlangt.
>
> Ich hoffe, daß bald eine technische Möglichkeit geschaffen wird, um
> solchen Leuten wie dir den Zugang zu bestimmten Internet-Inhalten
> zu
> verwehren!
an arsch wirds geben… ich schalt bei meim opera auch die bilder aus,
weils einfach schneller ohne bilder und lästiges werbungsgedingsel
geht…
Nur ein Problem der Großen? - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzenie Diskussion fokussiert sich immer auf die Großen der Branche, die
wirklich völlig blauäugig in den letzten Jahren auf etwas gestürzt
haben, das so nie funktionieren kann.
Doch möchte ich lieber mein Augenmerk einmal auf die “kleinen” und
engagierten Website-Betreiber richten, die, in natürlich verkleinerter
Form vor einem ähnlichen Problem stehen. Seit geraumer Zeit betreibe
ich eine kleine, ganz ordentlich besuchte Homepage, die (natürlich!)
kostenlos Wissen anbietet, das auch, wie ich anhand der Logfiles und
seltenen Gästebucheinträgen ersehen kann, genutzt wird. So weit, so
gut. Jetzt kostet mich die Erstellung der Seiten viel Zeit. Ich muß die
Seiten aufbereiten, lese Literatur dazu und verbringe viel Zeit damit
Texte “webgerecht” aufzubereiten. Liefere darüber hinaus noch den
Service auch noch reine Druckseiten anzubieten. Dafür möchte ich nichts
und es macht mir auch großen Spass. Dennoch suche auch ich seit
geraumer Zeit nach Möglichkeiten die Kosten für den Hoster wieder
hineinzubekommen. Doch wie? Buchbesprechungen mit Direktverlinkungen zu
Amazon sind ein kompletter Reinfall und die Homepage mit sinnlosen
Banner vollzumüllen, habe ich auch keine Lust (abgesehen davon, dass
auch das kein Geld bringt…). Bei aller Freude und Engagement: auch
ich denke schon seit einiger Zeit daran, die Site wieder zu schliessen,
da mir die 50 DM im Monat für den Webhoster als reine Zusatzkosten
einfach wehtun. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass sich viele
Leute da etwas zu wenig Gedanken darum machen, was oft eigentlich
dahinter steckt. Hauptsache ausgedruckt, heruntergeladen - und wieder
tschüß! Eigentlich schade, denn diese Mentalität macht dem Netz genauso
zu schaffen wie die Armada von Raffgeiern auf der anderen Seite, die
das Web als reine Gelddruckmaschine mißverstehen.
Gruß S.
Re: Nur ein Problem der Großen? - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzen,
> die Diskussion fokussiert sich immer auf die Großen der Branche,
> die
…
> auch
> ich denke schon seit einiger Zeit daran, die Site wieder zu
> schliessen,
> da mir die 50 DM im Monat für den Webhoster als reine Zusatzkosten
> einfach wehtun. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass sich viele
> Leute da etwas zu wenig Gedanken darum machen, was oft eigentlich
> dahinter steckt. Hauptsache ausgedruckt, heruntergeladen - und
> wieder
> tschüß! Eigentlich schade, denn diese Mentalität macht dem Netz
> genauso
> zu schaffen wie die Armada von Raffgeiern auf der anderen Seite,
> die
> das Web als reine Gelddruckmaschine mißverstehen.
Da gebe ich Dir vollkommen Recht.
Jetzt denken welche, warum nimmt er nicht Speicherplatz bei einem
Billighoster oder da wo es den kostenlos gibt?
Wenn man stabil sein Angebot präsentieren möchte, dann muß man eben
etwas bezahlen.
Über Bannerschaltungen bekommt man nur selten die Kosten wieder herein,
das liegt aber daran, daß oft nur auf Provision gearbeitet wird. Ich
möchte mal die Firma sehen, die ihre Werbung auf Provisionsbasis bei
einer Zeitung schalten kann. Es müßte schon für die Views der Banner
gezahlt werden, und wenn es nur 1 - 1,5 Cent pro View ist. Klicks sind
genauso ein Lotteriespiel, ich kann doch den Besucher nicht zwingen auf
ein Banner zu klicken.
Ich habe auf meinen Seiten viel unterschiedliche Anbieter und da zeigt
sich, wo die Interessen der Besucher liegen, bei denen kann ich auch
die Klick-Banner schalten (Klickrate 5-8%). Und dann gibt es welche,
die können 1500x geschaltet sein und nicht einer klickt das Banner an.
Warum soll ich für den eigentlich kostenlos Werbung machen - also
Banner weg.
Auf Dauer wird das Internet nicht kostenlos bleiben können, da jeder
irgendwie seine Kosten decken muß. Wer seine Seiten kostenlos anbietet,
darf auch nicht darauf hoffen, durch Werbebanner einen Teil wieder
hereinzuholen (außer bei pay per view).
T.Truckle
Re: Angebot und Nachfrage… - Die Utopie des Internet und die Finanzen
> tja, vielleicht ist auch einfach die kommerzialisierung des
> internets
> zumindest teilweise fehlgeschlagen. es gibt immernoch massenhaft
> gute,
> private non-commercial-sites. wenn keine nachfrage nach kosten- und
> zusaetzlich datenpflichtigen angeboten besteht, wird es irgendwann
> auch
> kein angebot mehr geben. und ich waere kaum traurig darum. richtig
> ist
> allerdings, dass ich fuer fundierte daten mit der entsprechenden
> breite
> und tiefe (wie zum beispiel zeitungsarchive) bereit waere ein paar
> cent
> auszugeben. ein funktionierendes, anonymes micropayment-system
> wuerde
> also wirklich weiterhelfen.
>
> SnaPsi
Nicht die Nachfrage erzeugt das Angebot, auch wenn die internationale
Linke das gerne so sieht. Sondern umgedreht wird ein Schuh draus. Das
Angebot regt zur Nachfrage an.
Niemand wird als Nikotinsüchtiger geboren. Trotzdem rauchen nicht
wenige Bürger.
Niemand wird als Heroinsüchtiger geboren. Trotzdem sind in Deutschland
hunderttausende anhängig.
Die Welt kam sehr gut OHNE Mobilephone und SMS aus. Heute benutzen es
Millionen.
In kaum einer angemieteten Wohnung lassen sich Dolby Digital Oho Sound
mit 6 x 100 Watt auch nur zu 1/4 aufdrehen, trotzdem steht selbst bei
Oma daheim schon ein solches Teil.
Die Liste ließe sich kilomterlang erweitern.
Nein, das Angebot erzeugt Nachfrage. Und wer das bestreitet, der möge
einmal die Folgen solcher Planwirtschaft in der ehemaligen DDR und den
CIS Staaten in Augenschein nehmen. Dort wurde nur hergestellt, was
nachgefragt wurde, bzw. das Politbüro als nachfragewürdig erachtete.
Ein Düsseldorfer Künstler namens Prof. Uecker malt Bilder, die auf dem
Kopf gestellt aufgehangen werden. Will man die Bilder verstehen, muss
man Handstand machen. Der Wahnsinnige erhält minimum DEM 500.000,– pro
Bild. Schüler von Beuys. Hat irgend jemand nach Bildern gefragt, die
man nur per Handstand betrachten kann?
G.-J.
Re: Weiter Kostenlos! - Die Utopie des Internet und die Finanzen
>
> > Ich stehe nämlich weder auf die Belästigungstaktik
> > aufdringlicher Werbung, noch auf die Wegelagerer-Thematik der
> > Möchtegernbezahlwebler.
> Solche Leute wie Du nennt man schlicht und einfach Parasiten, weil
> sie nur profitieren, ohne im Gegenzug auch nur den kleinsten Finger
> zu krümmen. Sich einen Werbebanner anzugucken oder sogar mal drauf
> zu klicken, ist ja offenbar schon zuviel verlangt.
Junge, Junge, so früh am Morgen schon so’n Mist!
Ich schau auch nicht auf die Werbebanner, _nur_ weil ich hier (ja, ich
geb’s zu) mit ‘nem Mickymaus-Browser surfe.
Und außerdem ist es kein sozialer Dienst, sich Werbung anzusehen.
Mannomann, Yvan …
> Ich hoffe, daß bald eine technische Möglichkeit geschaffen wird, um
> solchen Leuten wie dir den Zugang zu bestimmten Internet-Inhalten
> zu verwehren!
Und ich hoffe, daß auch in Zukunft jeder - selbst Yvan Boeres - seine
Meinung hier ablassen kann. “… Parasiten …”, echt stark!
morjen, floh
Re: Abkassiert und angeschmiert - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzen!
>
> Mit “abkassiert und angeschmiert” kann man doch das Verhalten
> vieler
> Firmen vor allem in D umschreiben. Beispiel: Man bestellt sich
> einen
> Computer im Internet. Bei Lieferung muß man sofort bezahlen (das
> ist
> das Abkassieren) - und schwupps hat man bei Problemen den schwarzen
> Peter. Denn hat der Versender erst einmal die Kohle, dann meint der
> das
> Recht zu haben, den Kunden nicht wie einen König, sondern wie einen
> dummen und lästigen Bittsteller behandeln zu dürfen. (Das ist das
> Anschmieren).
Aber so will es doch der Kunde! So wenig wie möglich zahlen, immer noch
billiger, billiger, billiger,….
Dass da aber nun wirklich keiner mehr ein reges Interesse entwickelt
einem Verbraucher etwas zu verkaufen oder sich soager noch mit Support
rumzuschlagen, dürfte wohl mehr als natürlich sein.
Naja, die Schnäppchenjägermentaltität und auch die konsumablehnende
Haltung werden es auf die Dauer schon richten - nicht wahr? Aber denke
daran, letzten Endes ist der Kunde der Dumme - immer!
>
> So lange es so eine “Moral” in D gibt, werde ich einen Teufel tun
> und
> auch nur irgendeinen Artikel - außer vielleicht Ramsch - über das
> Internet ordern.
Ach, darauf wird sicherlich auch keiner erpicht sein.
>
> MfG
> Der Provokant
Re: Abkassiert und angeschmiert - Die Utopie des Internet und die Finanzen
finanzen “abkassiert und angeschmiert” kann man doch das Verhalten
> > vieler
> > Firmen vor allem in D umschreiben.
> > Denn hat der Versender erst einmal die Kohle, dann meint
> >der das
> > Recht zu haben, den Kunden nicht wie einen König, sondern wie
> einen
> > dummen und lästigen Bittsteller behandeln zu dürfen. (Das ist das
> > Anschmieren).
> Aber so will es doch der Kunde! So wenig wie möglich zahlen, immer
> noch
> billiger, billiger, billiger,….
Momemt mal! 2000,- DM sind für viele Leute viel Geld. Und man hat einen
Anspruch auf “Gewährleistung”. Ich kenne viele Leute, die 2000,- DM
nicht mal so eben “abschreiben” können.
> Dass da aber nun wirklich keiner mehr ein reges Interesse
> entwickelt
> einem Verbraucher etwas zu verkaufen oder sich soager noch mit
> Support
> rumzuschlagen, dürfte wohl mehr als natürlich sein.
Und daher werde ich niemals bei einem Direktversender einen PC
bestellen, sondern ich gehe in einen Fachladen und kaufe dort. Im Fall
eines Problems kann ich immer dort hingehen und die Gewährleistung
verlangen.
MfG
Der Provokant