May 28
Sehen wir uns also bestätigt - Die Utopie des Internet und die Finanzen
….zumindest darin, dass die großen Bosse auch nicht schlauer sind, als
die kleinen.
Sehen wir uns aber auch ebenso darin bestätigt, dass gewisse Dinge
werthaltig sind. Aktuelles Beispiel: Bildzeitung. Man verzeihe mir,
dass ich nicht weiß, was eine Bildzeitung am Kiosk kostet, aber lassen
wir es mal eine Mark sein. In der Mark stecken Papier und Druckkosten,
die Redaktion, die Verteiler und der Kiosk-Jupp will ja auch noch was
verdienen. Wie werthaltig kann da die Information sein? Nicht so
sehr… 10 Pfennig? Meinetwegen.
Jetzt will ich die gleiche Information verkaufen… dann kann ich doch
rein rechnerisch maximal 2,40 DM im Monat berechnen. Dabei muß ich aber
berücksichtigen, dass mein Online-Leser schon seine Online-Kosten mit
in die Kalkulation einbezieht bzw. beziehen muß… die gehen natürlich
nicht auch noch auf die 2,40 DM, sondern sind mit einem Teil der
Produktionskosten zu verrechnen… ein anderer Teil wird für eine
Online-Redaktion aufgewendet, ein weiterer für die notwendige Hardware.
Am Ende kostet mich als InformationsNEHMER die Bildzeitung gedruckt 24
Mark im Monat, online kostetsie mich 2,40 DM zzgl. Onlinekosten - und
somit mutmaßlich mehr.
Es macht doch somit und aus mikroökonomischer Sicht überhaupt keinen
Sinn, die Bildzeitung online statt offline zu lesen. ES SEI DENN, ich
bezahle nicht nur mehr, sondern erhalte auch einen entsprechenden
Gegenwert… der dann aber nicht der Inhalt der Bildzeitung sein kann,
sondern mehr als das sein muß. Heißt also: Axel Springer muß (noch)
mehr geben und nicht Vorhandenes refinanzieren.
Soweit die heiligen Worte.